Neue Wege im Jugendwasserball:Der erste „ganz große Spieltag“ war ein Experiment |
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Irgendetwas musste passieren, nachdem klar war, dass in 6 Vereinen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Jugendliche Wasserball spielen, aber ein Spielbetrieb nicht zustande kommt. Warum nicht ? Weil in den jeweiligen Altersklassen in einem Verein einfach zu wenig Spieler dabei sind bzw. wenn ein Verein z.B. bei der D-Jugend genug Spieler zusammen hatte, dann gab es maximal einen Gegner, der in dieser Altersspanne auch über eine Mannschaft verfügt. Ja, und immer gegen den gleichen Gegner zu spielen, ist einfach langweilig. Die Lösung: Zwei verschiedene Vereinsmannschaften einer Altersklasse bilden ein Team und spielen gegen ein Team aus zwei anderen Vereinsmannschaften. Die Kombinationen wechseln. So standen jetzt auf dem Spielplan Begegnungen mit so lustigen Namen wie: WarneKeit gegen SchweIz in der Klasse der „Youngsters“. Das Experiment startete am 24.01. in Kiel. 5 Stunden „Wasserball total“ waren angesetzt. 20 Spiele in den Altersklassen Youngsters (99 97), Halbstarke (96/95) und Rowdies (94/93) wurden im 15 Minuten-Takt durchgezogen. Der Preis: Enorme Disziplin; Der Lohn: alle konnten wirklich viel spielen. Tolle Stimmung in der Halle ! Konsequenz: Der Abpfiff eines Spiels war praktisch schon der Anpfiff des nächsten Spiels die einen raus, die anderen sofort wieder rein. Das war in erster Linie eine Herausforderung für die Trainer und Betreuer, aber auch für die Spieler, die anhand des Spielplanes fest ihre Einsätze im Blick haben mussten. Das anfängliche Chaos und die Skepsis lichtete sich schnell. Die Mannschaften, die entgegen ihrer Meldung in einer Klasse nicht genug Spieler hatten, bekamen kurzerhand aus anderen Vereinen einfach welche ausgeliehen. Was im Wasser passierte, konnte sich sehen lassen: Durchaus attraktives Wasserballspiel. Es wurde bei allen Mannschaftsmischungen großartig zusammengespielt, es ging oft engagiert, aber sehr fair zur Sache und gegen Ende des Spieltages entwickelten sich bei den Rowdies (und auch bei einigen Partien der „Halbstarken“) richtig schnelle und spritzige Spiele, die noch dazu knapp und spannend waren. Für viele eine völlig neue Erkenntnis: Es gibt auch Mädchen, die wirklich verdammt gut Wasserball spielen können ! Ein Phänomen: Von 20 Spielen ging keines unentschieden aus (Ergebnisse: siehe unten). Interessant auch: In den unterschiedlichen Altersklassen haben unterschiedliche Vereine die Nase vorn, wenn man die Anzahl der Spiele betrachtet, bei denen sie an einem Sieg beteiligt waren. Eine Zuschauerkulisse von bestimmt 30 Fans hielt fast 5 Stunden aus, fieberte mit, applaudierte und trug unbedingt dazu bei, dass das für die Kinder und Jugendlichen ein guter Tag wurde ! Danke ! Der Spieltag feierte eine weitere Premiere: 4 Jugendliche und 2 Erwachsene Schiedsrichter wurden vom Landeswasserballwart Ulfert Janssen von frühmorgens an intensiv theoretisch geschult und durften im Praxisteil ab mittags gleich ihre ersten Spiele pfeifen. Das, was die jungen Schiris vom Beckenrand aus regelten, war natürlich nicht fehlerfrei (ist es auch nie und bei keinem Spiel) aber ein blendender Einstieg gewesen und ist hoffentlich der Anfang einer Verjüngungskur. Erfreulich: schon während des Spieltages meldeten sich weitere Interessenten für die Schiri-Ausbildung aus dem Jugendbereich. Der Spieltag hat insgesamt gezeigt, dass in den 4 Vereinen in Schleswig-Holstein (Itzehoe, Uetersen, Keitum und Wiking) sowie in den 2 Vereinen in Mecklenburg-Vorpommern (Schwerin, Warnemünde) sehr gute Jugendarbeit geleistet wird. Sowohl das spielerische Niveau als auch die Zahl der wasserballspielenden Jugendlichen deuten darauf hin, dass es mit dieser Sportart im Norden wieder deutlich voran geht. Fortsetzung des Spieltages (einige Spiele in unterschiedlichen Teamkombinationen stehen ja noch aus) am 14. März von 11.00 bis 16.00 Uhr in Itzehoe ! Es wäre klasse, wenn da alle wieder dabei wären !
An Siegen beteiligt: Ergebnisse der Spielklasse Halbstarke (1996 1995)
An Siegen beteiligt: Ergebnisse der Spielklasse Rowdies (1994 1993(92))
An Siegen beteiligt: Marko Hoffmann (Jugendarbeit Wasserball SHSV) |
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