30 halbstarke und starke Wasserballer aus Schleswig-Holstein absolvieren Wasserball-Lehrgang in Kiel

1 Schwimmhalle, 1 benachbarte Jugendherberge mit Vollverpflegung und Seminarraum, 2 kompetente Trainer und die besten 30 jugendlichen Wasserballer aus Schleswig-Holstein. Mit diesem Mix startete der erste sogenannte Wasserball-Kader-Lehrgang für Jugendliche in der Schwimmhalle Gaarden in Kiel.

Die Skepsis war bei den Jugendlichen zunächst groß: Denn mit den Gegnern der „Liga“ gemeinsame Sache zu machen .... .... „das schockt doch nicht !“ oder „was soll das bringen ?“

So begann am Samstag um 13.30 Uhr nach dem Einchecken und leckerem Mittagessen in der Jugendherberge der erste Teil im Seminarraum auch äußerst wortkarg: Name und Verein bekam jeder Teilnehmer noch leise ausgesprochen, die Lieblingsfernsehserie war bei den meisten nur ein genuscheltes „weiß nicht.“

Doch der Frost taute langsam, als Trainer Phillip Kopf und sein Assistent Gregor Wilke anfingen die Veranstaltung mit den wichtigsten Merksätzen für Angriff und Verteidigung zu eröffnen. Die ersten Fragen sprudelten plötzlich hervor und es wurden immer wieder auch die Erfahrungen aus Spielsituationen und komischen Schiedsrichterentscheidungen in den Raum geworfen.

Ruhiger wurde es wieder, als die beiden Trainer das Programm für die nun folgende Trainingseinheit in der Halle vorstellten. Damit der ganze Jugendpulk aus 3 Mannschaften sich schön durchmischt, gab’s nach zaghaften Protesten mit dickem Edding Zahlen von 1 bis 3 auf die Hand. Der Effekt: Die Teams mischten sich im Training perfekt bei den verschiedenen Übungen.

3 Stunden Wasserballtraining: Diese Intensität war wohl für alle Jugendlichen neu. Sprints, Passübungen, Beinarbeit, Übungen an 5 Stationen, Wurftraining und dann endlich die ersten Spielsituationen: quer nur mit exaktem Pass auf die Hand.

Es war ein durchdachtes und gut organisiertes Training von Philipp und Gregor und die Betreuer von Itzehoe, Keitum und Wiking staunten wie diszipliniert und ehrgeizig die Jungs dabei waren. Kein Gemotze, keine Diskussionen und kein „Abhängen“ am Beckenrand.

Nach Powerplay in 3 Mannschaften und abschließendem „richtigen“ Spiel war dann auch „gut“! Es gab Abendbrot in der Jugendherberge und immerhin 30 Minuten Freizeit bevor dann der letzte Teil des Tages im Seminarraum stattfand: Das berühmte Farago-Video mit Anregungen wie, was und wo man überall etwas mit einem Wasserball anfangen kann. Dann noch ein Wasserballquiz in 2 Mannschaften und als „Absacker“ - nur noch in kleiner Runde – die Olympia-Begegnung Deutschland gegen Australien per Beamer auf der Leinwand.

Viel dürfte danach auf den Zimmern nicht mehr gelaufen sein – so kaputt wie die Jungs waren.

Am nächsten Tag standen aber alle um viertel vor acht auf der Matte und pünktlich um 8 Uhr begann das Training in der Halle. Diesmal mit dem Schwerpunkt Spielaufbau und Überzahl. Wieder gute und neue Übungen und bei einigen klickte es regelrecht.

Im finalen Spiel – natürlich mit zahlreichen Überzahlsituationen – wurde dann allerdings deutlich sichtbar, dass kaum mehr Kraft vorhanden war und jeder wollte plötzlich gerne als Auswechselspieler aktiv sein.

Um Halbelf kehrte mit den Badegästen wieder Beschaulichkeit in die Schwimmhalle und die Jugendlichen stürzten sich auf das Frühstücksbuffet.

Abschließend dann noch eine letzte Theorieeinheit im Seminarraum und eine kurze Umfrage: Wie war’s ?Antworten: Können wir das nicht öfter machen ? Warum nicht länger von Freitag bis Sonntag ?

Auch die Betreuer waren begeistert und haben sich vorgenommen eine Schleswig-Holstein-Wasserball-Auswahl-Mannschaft für Jugend C und Jugend B zu formen. Großen Dank an den Landeswasserballwart Ulfert Janßen, als Förderer und Mitinitiator dieses 24 Stunden-Intensiv-Lehrganges. Klares Signal: Beim Jugendwasserball in Schleswig-Holstein bewegt sich was !

Ulfert Janßen, Wasserballwart

30 Auswahlspieler aus Keitum, Kiel und Itzehoe bei der Ballarbeit Zweikampf
 Trainergespann Philipp Kopf und Gregor Wilke vom Hamburger Schwimmverband Regelkunde in der DJH Gaarden